REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt für Juni 2018 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das Flugblatt für Juni 2018 ist fertig

Bitte sehr: hier ist es: Das Flugblatt 128-01-06-2018 neues Layout

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BARON VON FEDER: Briefe vom Arbeitsmarkt (Juni 2018)

BARON VON FEDER
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„Briefe vom Arbeitsmarkt (Juni 2018)“

Liebe Gefährtinnen und Gefährten aus der Hartz-Vier-Klasse, im Mai schrammte ich ständig an der Grenze zur Rückauslieferung an Hartz Vier entlang. Da muss ich es schon beinahe als einen Glücksfall betrachten, dass mich mein Ulcus Curiosus in Tateinheit mit Stauungsdermitis und Wassereinlagerungen so sehr gesundheitlich beeinträchtigen, dass hin und wieder die Arbeitsfähigkeit leidet. Sie litt wie ich, aber ich hatte die Schmerzen und sie litt unter den misstönigen Klängen der Schreie. Als Kollegen mich darauf hinwiesen, dass ich mich anhöre wie im Hexenkeller von Penzlin unter Anwendung der Geräte und auch Kunden am Telefon irritiert waren, stellten mein Chef, ich und Frau Doktor einhellig fest, dass wir ein Problem zu lösen hätten.
Für den Chef gab es zwei Möglichkeiten: Krankschreibung akzeptieren und die anstehende Vertragsverlängerungsentscheidung ablehnen. Frau Doktor meinte, es gäbe im Idealfall eine Spezialklinik und im Realfall eine tägliche Inensivbehandlung des Fusses. Für mich sah es nach Arbeitsamt aus. Das darf nicht sein. Und so eilte ich wie ein Geheimemissär zwischen Arzt und Markt hin und her , um eine Lösung ohne das Sklavenzuteilungsamt zu finden. Vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung besteht die in einem unbezahlten Urlaub unter beibehaltung des Vertrages und eine Wiedereinsetzung je nach Heilungserfolg in den 8-Stunden-Vertrag oder einen reduzierten
Sechsstünder. Beide Möglichkeiten könnten mich noch zwei Jahre lang im Rentenanspruchszeitserwerbsanschaffungskampf halten und dann könnte ich zu 680 bis 750 erwerbsunfähig mit Zuverdienstmöglichkeit leben. Das ist machbar und ein hohes Lebensniveau, wenn man die Ruhe für die Nerven durch die Abwesenheit von Jobcenterstress anrechnet. Liebe Gefährtinnen und Gefährten, ich würde mir einen kleinen Teufel freuen, wenn statt Entlassung uind dem Marsch der Verdammten ins Jammerlager des Arbeitsamtes ein Zweckbündnis Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch unbezahlten Urlaub eine Fortsetzung des Jobs nach überstandener Krankheit möglich macht.

Haltet durch
Euer Baron von Feder

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FEUILLETON ZEITGEIST: Geschütze und ungeschützte Daten

Feuilleton-Zeitgeist

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„Geschützte unbd ungeschützte Daten“

Aufgeregt  schrieb das Portal „Fotocommunity“, dass die europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO am 25. in Mai in Kraft tritt und bei ihrem Krafteintritt auch auf Fotografen der genres Street, Künstler und Porträt wirkt. Fotos nämlich gehören zu den persönlichen Daten eines Menschen. das sind diejenigen daen, die ihn unter einer Vielzahl anderer Menschen identifizierbar machen, zum Beispiel in einer auf den Zug wartenden Menschenmenge. Wesentlich unaufgeregter verkündete ein Anwalt des Portals via Portalsblog, dass die Verordnung nach wie vor nicht gegen das Kunsturheberrecht und das Recht am eigenen Bild gerichtet sei. Allerdings könnte die Verordnung bei privaten Blogbetreibern angewendet werden. Denn Webseiten werden ja regelmässig von der Werbewirtschaft durchforstet. Google stellt damit die Suchergebnisse seines Suchmaschinenalgorithmus es her. Wer also gesucht und gefunden werden will, ist unfreiwillig Datenerheber beziehungsweise datenübermittler. Gesucht werden IP-Adresse, Betriebssystem, Ort, Uhrzeit, URL der besuchten Seite. Benutzt man Google Analytics, konnte man vor einiger Zeit noch auslesen, ob die Leser von einer Uni, einer Behörde oder einer Privatperson (ohne Namen) kamen. Inzwischen ist es so, dass Google Analytics nur werberelevante Daten anzeigt. Wem Werbung egal ist, kann auch Google Analytic egal sein. Ein schlichter Seitenzähler wie aus den Anfangszeiten des Internets würden reichen, um zu wissen. von wieviel Lesern eine Webzeitung gelesen wird. (Beim Flugblatt waren es in den letzten Tagen der Nutzung von Google Analytics 300 bis 400 im Monat). Dennoch sind auch wir von der Verordnung betroffen. denn wir sind ja im Metz, und das bedeutet, dass unser technisches funktionieren von einem Internetzugangsprovider und einem Hoster, der die Inhalte von Webseiten speichert, abhängig ist. Wann immer und durch wen immer Das Flugblatt aufgerufen wird: Jedesmal werden Daten übermittelt, an denen die Datenkraken interessiert sind, wenn wir hier nicht am Datenschutz mitwirken. Das heisst: Am Schutz der Daten vor den Kraken. Aber ist das Ziel der DSGVO auch wirklich genau dieser Schutz? warum enthält die Verordnung so viele Ausnahmen und Ungenauigkeiten? Warum ist sie seit 2016 fertig und wird erst zwei Wochen vor ihrem Kraftantritt öffentlich diskutiert? Was kann und soll also eine europäische Datenschutzverordnung  an der Stelle der Geltung von landestypischen Datenschutzgesetzen? Sie nur vereinheitlichen? In Deutschland galt bisher das Bundesdatenschutzgesetz. (BDSG) Wenn es um Datensammlungen eines Drittlandes, zum Beispiel USA, ging, glich das Gesetz einem Kind, dass einer marschierenden Militärkolonne entgegenläuft und versucht, sie durch die Worte „Du sollst nicht töten“ vom geplanten Tun abzuhalten. In der DSGVO ist im Sinne eines grammatikalischen Satzes nur die Aussage verständlich: „Die DSGVO dient dem Schutz der personenbezogenen Daten der Bürger der EU.“ Genau hier wirds komisch: Wenn Daten geschützt sind, weil sie keiner abgreift und zusammenführt, und dieses Abgreifen zugleich gefördert und geschützt wird: Wo ist dann der Schutz der Bürgerdaten? Und warum sind die Ängste mehr im privaten Webseitenbereich, bei kleinen Unternehmen oder Dienstleistern und bei Bloggern verbreitet? Geschäfte haben ihre Stammkunden und notieren sich, wann sich Herr Meyerheinrich seinen neun Massanzug hat schneidern lassen, und im Krimi nimmt die Polizei immer alle Kundenunterunterlagen mit. Geht es etwa nur darum? Mir scheint Datenschutz bedeutet Schutz der datenanreichernden Wirtschaft vor Störungen ihres Tuns. Und das in ganz Europa. Über Allem bilden die Justitias der Mitgliedsländer einen festen Schutzwall, den Limes Mammarum von Schwert und Waage der Neoliberal-Ökonomie.

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt für Mai 2018 ist da

Das Flugblatt für Mai ist fertig Hier kommt es. Die Versendung kommt in den nächsten Tagen

 

Das Flugblatt 127-01-05-2018 neues Layout

 

BARON VON FEDER

„Briefe vom Arbeitsmarkt (Mai 2018)“

 

Liebe Gefährtinnen und Gefährten aus der Hartz-Vier-Klasse, im April schrieb ich Euch, dass das Arbeitsamt den Kampfanzug anzieht und die Waffenkammern sichtet. Im Mai haben sie sich für die Keule entschlossen. Sie behaupten, meine Unterlagen nicht bekommen zu haben oder andere angefordert zu haben, und wollen gleich mal Angaben über Einkommen, zu denen ich kein Leistungen vom Amt bezog.

Die Marktleitung behauptete, die abschliessenden EKS-Meldungen über Gewinne, die einer als aufstockender Selbständiger bekommt, wären nicht eingereicht worden. Sie waren es bereits zum zweiten Mal. Diesmal wurden sie ohne Formulare gefordert. Andererseits wollten sie Infos über Verdienst von 2018 haben, wo völlig zweifelsfrei feststand, dass vom Amt nichts an mich getahlt wird. Es sei denn, das Amt meint damit die Lohnkostenbeihilfe für den Arbeitgeber. Eine Anfrage hierzu hat das Amt entgegen seiner Mitwirkungspflicht noch nicht eingereicht. Wäre ich so charakterlich veranlagt wie das Amt, würde ich gegen es gnadenlose Strafen verhängen. Gott sei Dank ich bin nicht so. Aber es tut weh. Sogar der Ärger tut weh, weil er nur mit Mühe vor einer Zornvergiftung bewahrt werden kann. Liebe Gefährtinnen und Gefährten, es ist so: Mit der Drohung der Rückzahlung vn allen Leistungen aufgrund des berechneten Lohnes von einem Jahr Arbeitsmarkt können und wollen die Schablonendenker vom Amt die Kontrolle über Hartz vier Opfer auch nach deren Entlassung auf den Ersten Arbeitsmarkt behalten. Indem sie einen Druck erzeugen, unter dem kein Mensch mehr sorgenfrei arbeiten kann, versuchen sie ihre Opfer gegen die Betriebe auszuspielen. In sechs Wochen weiss ich genaues. Aber ich will nicht in die Klauen der neoliberalen Sozialverbrecher fallen. Nicht schon wieder.

 

„Und was ich auch immer noch lerne

das bleibt das Einmaleins:

Nichts hab ich jemals gemeinsam

mit der sache des Klassenfeinds“

(Bert Brecht)

Haltet durch

Euer Baron von Feder

Haltet durch

Euer Baron von Feder

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FEUILLETON-REZENSION: „Gott und Glück und Künstliche Intelligenz“

Rezension „Homo Deus“

„Gott und Glück und Künstliche Intelligenz“

 In den Geschichtsbüchern steht der Begriff „Industrialisierung“ so harmlos, als habe er nie Angst und Schrecken verbreitet. Und dennoch gab es in England um 1830 Menschen, die in mechanischen Apparaturen eine Gefahr sahen, die ihn, den Menschen, mit den Fähigkeiten seines Geistes und seiner Hände überflüssig machen konnte. Gefahren aber verursachen immer ein Streben nach Gefahrenabwehr,und in der Gefahrenabwehr begann die Geschichte der Missverständisse mit allen Entwicklungstendenzen, von denen zunächst Gefahren erwartet wurden. Ein solches Mißverständnis trägt den Namen „Maschinenstürmerei“. Richtig erkannten die Maschinenstürmer, dass durch die Industrialisierung ein Wandel der sozialen Lage entstehen konnte, der aus armseligen Lebensverhältnissen erbärmliche Lebensverhältnisse machen konnte. Falsch erkannten sie, dass nicht die Erfindung einer Maschine Ursache der Gefahr ist, sondern die fehlende Folgenabschätzung. In der fehlenden Folgenabschätzung unterscheidet sich der gegenwärtige Trend zur künstlichen Intelligenz und zur Eroberung der letzten Schöpferkompetenzen durch die Wissenschaft NICHT von der falschen Gefahrenabschätzung der Maschinenstürmer. Immerhin kommt keiner auf die Idee, Computer zu zerstören, weil sie Waffen lenken können. Soziale Gerechtigkeit, Krieg und Frieden, Umwelt und Ernährung, Bildung und Gesundheit sind die ewigen Scheiterhaufen der menschlichen Entwicklung. Und immer wieder machen Menschen weiter. Es ist, als gäbe es jenseits einer unbekannten Barriere einen Bereich des Seins, wo die gegeneinander gerichteten Widersprüche mit ihren zerstörerischen Auswirkungen doch noch überwunden werden können, und zwar durch den Geist. Das ist die HOFFNUNG in dem Buch „Homo Deus“ von Yuval Noah Harari. Denkt man jedoch an das Forschungspersonal und die Geldgeber, gesellt sich zur Hoffnung der Zweifel und zur fehlenden Erkenntnis wieder die falsche Gefahreneinschätzung. Das ist das BEDENKEN in dem Buch „Homo Deus“ von Yuval Noah Harari. Pressestimmen zufolge hat nämlich bisher auch der Teufel das Buch mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Er zeigte sich darauf nicht direkt betroffen, sondern in seienr Selbstwahrnehmung als Teil des Guten bestätigt. Der Teufel soll sich beim Lesen lieber ärgern grün und blau. Oder lernen. Doch dazu ist es nötig, die Kritik am Produkt auf den Entwickler zurück zu spiegeln.
„Es waren immer die gleichen drei Probleme“, schreibt Harari: Hunger, Krankheit, Krieg. Nun soll das alles von Ausnahmen abgesehen gelöst sein, weil das Wissen immer mehr Mittel hervor gebracht habe, diese Probleme zu kontrollieren. Und wenn es mal nicht gelingt – ob Ebola, Terroranschlag oder Syrienkrieg – dann ist das erst verstörend und dann Anlass, mit den Anstrengungen fortzufahren, „jetzt erst recht, trotz alledem“. Die Startthese missfällt mir genau so wie ihr Gegenteil: Kriege gab es nie, weil sie zur Natur des Menschen gehören, und ein Vertrauen in die Rechtschaqffenheit einer marktprofitorientierten Wirtschaftsordnung reicht nicht aus, den Kapitalismus trotz seiner in der Währung Vertrauen erfolgten Bezahlung zum altruistischen Wohltäter der Weltprobleme zu machen.
Der Autor beschreibt das ergebnis der gesellschaftlichen entwicklung der letzten 100 Jahre als technologisches, ökonomisches und politisch-gesetzgeberisches Sicherheitsnetz. Was immer auch passiert: ernährt wird jeder, zumindest im Kreise der armen der entwickelten Industrieländer. Deswegen sagt man ja auch, die Hartz-Vier-Opfer sollen sich „nicht so haben“, denn „bei uns muss schliesslich keiner verhungern“.

Verhungern nicht. Hungern ja. Und Erscheinungen von Ernährungmangel oder schlechter Ernährung gibt es auch.

Immerhin schreibt der Autor, dass das Problem der Krankheiten unter anderem auch eine Angelegenheit der Reichen war. Denn sie hatten schon immer mehr Kontakte zur welt und zu unbekannen Krankheitskeimen. derr Autor befindet: Die Medizin hat Mittel, damit heute keine Seuchen mehr auftreten müssen, – aber nur in der entwickelten industriellen Gesellschaft. Hunger, Krankheit, Krieg: Immer nur woanders, nie aber in den führenden Wirtschaftsmächten. Ist das ein Verdienst des Westens, der mit Schuld behaftet ist?
Beim Komplex Gesundheit und Glück geht es um nichts anderes als die Unsterblichkeit. Hier hat der Autor einen hervorragenden Motivationsgedanken: Stellt euch vor, ihr könntet wirklich unsterblich sein. Würdet ihr dann euren Planeten immer noch tatenlos zumüllen? Oder lieber im Dreck leben? Ihr Messies. Der Autor meint: Wenn swchon ewig leben, dann wenigstens glücklich.

wissen Sie, so mit Wäldern, Seen und Fahrrad fahren an frischer Luft, Landidyll und saubere flüsse, statt Hofgangstristess in einem Hochsicherheitsgefängnis.

PS: Die Götterwerdung des menschen durch künstliche Intelligenz wird nichts, weil sie künstliche Intelligenz keine Seele kennt.

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FEUILLETON-ZEITGEIST: Gefährderansprache

Feuilleton-Zeitgeist

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„Gefährderansprache“

Es war wie damals, als George Bush der Jüngere Irak angriff, um Saddam Hussein zu stürzen: Erst hielt die Welt den Atem an, dann hatte sie Angst, die Kriegerei könnte allen Kriegstreibern um die Ohren fliegen, so dass sich ein kleiner Bandenkrieg zum Weltkrieg entwickelt, und dann ging zumindest in Europa alles genauso weiter wie bisher. Nur mit von Mal zu Mal etwas mehr Terror dabei.

So deutlich aber wie am Donnerstag, dem 12. April 2018, benutzte die herkömmliche Presse mit ihren dauerhaft eingenommenen Positionen noch nie seit 2014 das Wort Kriegsgefahr und und versah es mit dem Attribut unmittelbar. Die „Unmittelbare Kriegsgefahr“ also stand am 12. April in der Welt, weil Twitter-Präsident Donald Trump, USA, sie gegen Russland in Syrien androhte. Hintergrund oder Vorwand ist ein Giftgaseinsatz. Für Trump steht fest, dass Syrien Giftgas gegen Zivilisten  einsetzt. Wenn Russland sich also dem amerikanischen Vergeltungsarm als Schutzmacht Syriens in den Weg stellt, betrachtet Trump die Russen als Vebründete Syriens und will „ganz smarte Bomben“ gegen Putins Einflussbereich einsetzen. „Smart“ heisst pfiffig, klug und intelligent. Aber sind Trumps Raketen so smart, ihrem Herrn den Dienst zu verweigern? Wahrscheinlich nicht. Denn bei Dienstverweigerung könnte die Welt ruhig schlafen. So aber titelte die Zeitung „Nordkurier“: „Auf der Welt geht die Kriegsangst um“. (Sie tut das übrigens spätestens seit 2013/14).
Trump benutzt die Attribute schön, neu und smart für seine Raketen, die er gegen Russland ausprobieren will, wenn es sich mit Syrien verbündet, und gegen Syrien schon aus Prinzip. Das hatte damals noch Condoleeza Rice ihrem George Dabbeljuu Bush eingeredet, und der smarte Don machts nun. Verbünden ist ein dehnbarer Begriff. In gewisser Weise ist jeder Verhandler ein Verbündeter, denn Einigungen in Konfliktfällen erreichen die Konfliktparteien nur, wenn sie sich als Partner begreifen. Die Aufgabe eines Vermittlers heißt: Kriegsparteien zu Partnern einer Friedensherbeiführung zu machen. Es ist ganz egal, ob der Vermittler Russland oder Frankreich, Deutchland oder Finnland, Schweden oder Kuba heisst. (Wieso Kuba? Ja wieso nicht Kuba? Kuba war immerhin lange Zeit über aussenpolitische Zweifel erhaben.)
Hintergrund der Kriegstrumpiade ist wie immer eine Verwechslung von Ursache und Reaktion. Russland hatte Amerika informiert, dass es besser ist, keine Raketen gegen Syrien einzusetzen. Womöglich weiß man in Moskau noch von Afghanistan her und aus dem Kalten Krieg, was Raketen bewirken und wie Weit die Wirkung vom beabsichtigten Plan abweichen kann. Wer es gerne aktueller hätte, möge den Blick nach Yemen richten. Wohin auch Raketen treffen: Immer treffen sie dort Zivilisten, Menschen wie Dich und mich.
Bevor noch Freitag der 13. April zu Ende war, ließ Trump drei Ziele anfliegen. Das waren ein Forschungszentrum, ein Stabsgebäude und ein Lager. Alle drei Liegenschaften unterstanden dem syrischen Militär, und dieses soll Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt haben. Manche haben Beweise dafür, andere nicht. Jedenfalls behaupten sie das.
Die drei Ziele haben übrigens Großbritannien, Frankreich und Amerika gemeinsam auf dem Kerbholz. Amerika, weil es ja immer zuerst kommen will, Großbritannien wegen eines mit Gift ermordeten russischen Ex-Agenten in England, und Frankreich, weil Emanuel Macron der junge Mann ist, der sich erst noch politisch ins rechte Licht setzen will.  Nach dem Waffengeheul war Ruhe. Russland wird nach wie vor beschuldigt, ein Freund Syriens zu sein, die isralelischen Hunde des Kriegs heben die Köpfe, wittern und schmecken ab, sich im Dunst der Lage nicht auch ein paar eigene Marken setzen lassen können.

Inzwischen steht der Krieg weiterhin vor der Tür, aber nicht mehr in den Zeitungen. Eher beiläufig nur. Was aber vor der nächsten Eskalationsstufe erörtert werden sollt, so dass sie durch die Voraberörterung nicht eintreten kann, ist die Schuldfrage. Es gibt keine Interessenseite in dem Krieg, die unschuldig ist. Die schuld verteilt sich auf alle: auf als Assad selbst, auf die Süppchen kochenden Nachbarn und die Verantwortung vorgaukelnden Supermächte. Der Internationale Strafgerichtshof, der kriegsverbrechen verhandeln kann und soll, möge vor dem Recht auf Vorlage einer Anklageschrift eine Verwarnung aussprechen dürfen.
Sozusagen eine „Gefährderansprache“.

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GRUPPE 20: Trumpiade (falls die Zeit nicht mehr reicht)

Trumpiade

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Ich find es gut so bös zu sein

hinterhältig, fies, gemein,

und jeden andern Bösewicht

betrachte ich als Mist-Gezücht

 

Gern wär ich Gott und gäb mir Krone

davon würde ich von meinem Throne

mein Handeln ex cathedra legitieren

und Putin könnt ich disziplieren.

 

Ich bin der Mann, der nur mit smartem

Grinsen läßt Raketen starten

die welt ist gegen mich viel dümmer

die sieht mein Amtsversagen nimmer.

 

Wenn ich auch gern dem Herrn aus Braunau

jede Herrschaftssichernde Idee klau

fände eines ich dennoch blöd:

dass Freiheit mir Paroli böt.

 

Freiheit ist, was ich draus mache.

ich bestimm, wer weine, lache.

Wo anderes auch Freiheit will

verdient es Terroristen-Kill.

 

Da seufzt der Herr und sagtg OH ICH

wie ist der Dummkopf fürchterlich.

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GRUPPE 20: Scheiterhaufen und Freiheitsflammen

In einem Roman von Alexej Tolstoi über Peter den Ersten wird ein Mann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Brennmaterial dienen neben Holz ausgereichnet auch noch all die Schriften des Mannes, die an der Macht der Bojaren soviel Kritik vortrugen, dass sich Angst im Adel vor dem geistigen Gehalt der Worte breit machte.

Scheiterhaufen und Freiheitsflammen

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In einem Buch von Tolstoi steht

wie es einem Mann ergeht

dessen Denken, Geist und Streben

bekritikte das Herrschaftsleben.

 

während dem kams , das die Armen

jammerten zum Gotterbarmen

und dann, als von dem Mann sie hörten

sich teils bewaffnet auch empörten.

 

Und den Reichen war es bange

vor dem Tag, da man sie fange

und per Armutstribunal

verdamme sie zur Höllenqual

 

Darum fingen sie den Denker

und machten sich zu seinem Henker

in dem den Denker sie verbrannten

wie sies vom Mittelalter kannten.

 

Und aus den Seiten seiner Werke

bezog das Feuer neue Stärke

Jedoch die Freiheitsflamme brennt

weil man sie gar nicht anders kennt.

 

Denn die Kritik am Herrscherleben,

dieselbe bleibt berechtigt eben.

 

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt Für April 2018 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe leser, „Das Flugblatt“ für April 2018 ist fertig. Neulich wollt uns jemand mitteilen, dass das Flugblatt keine Menschlichkeit mehr zum Inhalt hat . Das hat uns nicht so gut gefallen wie dem Mitteiler seine Mitteilung selbst, aber er kann uns ja gerne mitteilen, wenn das Plätschern seiner Nebennierenrinde aufhört.

Das Flugblatt 126-01-04-2018 neues Layout

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FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES: Das zankende Dorf

FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES

„Das zankende Dorf“

 Neulich stritten sich in einem Dorf der Sattler und der Schuster über den richtigen Umgang mit fremdländischen Lederwaren. Einer sagte, für gutes Leder müsse es ein Reinheitsgebot geben. Der andere meinte, auch ein Patchworkmantel könne am Ende von hervorragender Qualität sein. Die beiden Fachleute stritten sich ausgerechnet im Dorfkrug, wo einige Herren gerade die Frauen ihres Betriebes mittels einer Frauentagsfeier ehrten. Der Saal war also voller Gäste. Manche fanden, der Sattler habe recht, andere fanden, der Schuster sei es. aber dem Schuster wurde der alleinige Skandal an der Geschichte zugeordnet. Denn er hätte doch wissen müssen, dass die Position der Gemeindeverwaltung gerade darum ging, die Wirtschaftlichkeit der Kürschnerei auch unter Ausnutzung von Leistungen der Billigarbeiter zu stärken. Und was schert es schließlich den Fuchs, ob ihm das Fell für 30 Cent pro Stunde oder 8 Euro fuffzich pro Stunde über die Ohren gezogen wird. Ganz nebenbei ging es um das Thema des Meinungssagens. „Wie frei sind wir mit unseren Meinungen“ hieß es. In der Hauptsache ging es darum, dass die Anhänger vom Schuster und die vom Sattler nun ihrerseits beinahe mit den Händen und Fäusten aufeinander losgingen, mit denen sie sonst ihr Tagwerk verrichteten. Die Sattlerfraktion wollte ihrs sagen, die Schusterfraktion ihrs, und wenn die Medien keinen Skandal hätten an einem in der ganzen versalzenen Suppe schwimmenden Haar herbei ziehen können, dann wäre es am Ende eben doch nur ein Meinungsaustausch geblieben, der dem publikum erlaubt hätte, den Sattler, den Schuster oder beide doof zu finden. Das wäre immerhin eine Erkenntnis gewesen.

In Dresden sagte der Schriftsteller Uwe Tellkamp etwas Rechtes und der Schriftsteller Durs Grünbein etwas dagegen. Das entspricht insoweit dem Wesen der Meinungsäußerung. Einer sagt etwas und der andere auch. Beide Äußerungen müssen nicht übereinstimmen. Würden sie es, gäbe es ja auch keine Meinungsvielfalt. Ich betone noch mal: MeinungsVIELFALT. Beim Schuster und beim Sattler übernahmen die Fans die Weitertragung der Streitflamme.  Bei den Autoren taten es Verlage und Medien. Sie wussten nicht, ob man sich von einer Meinung distanzieren muss, wenn sie einem missfällt. Das Recht auf Meinungsäußerung beinhaltet nicht die Pflicht zur Meinungsäußerung an die Vorgaben des Grundgesetzartikels 5, Absatz 1 bis 3 zu halten:

 „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Die Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetz, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung“

Und doch möchte man irgendwie nicht, dass einem f so jemand die Verfassung als Korrekturbemühung vorhält, der es sonst mit der Verfassung nicht so genau nimmt. 1993 hielt mal ein Herr Heitmann von der CDU eine Rede, mit der er gerne Budespräsident geworden wäre. Man brauchte den gar nicht zu bekämpfen. Man musste nur abwarten, bis er sich selbst widersprechen würde. Na also bitte: man soll nicht immer gleich lauter schreien als der Skandal groß ist. Manchmal genügt ein entspanntes abwarten.

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