TAGESBEMERKUNGEN 27.11.2019 “Als die Bücher Figuren wurden”

„Als die Bücher Figuren wurden“

Quelle: hat mir Augenzeuge selbst berichtet am 26.11, weil so etwas gerne höre

Das Kind konnte noch nicht lesen. Es wusste aber, wo die schönen Märchen stecken, die Mama immer vorlas. Nur war Mama im Moment auf Arbeit, und das Kind dachte: Rotkäppchen steckt doch im Buch. Mama ist nicht da. Und hier ist ein anderes Buch. Wenn nun der Prinz aus dem einen Buch rüber reitet zu Rotkäppchen in dem anderen Buch? Das Kind gnuggerte vergnügt. Es probierte. Mehrere Bücher mit Märchen und bekannten Bildern nahm es zur Hand. Aus dem Gnuggern wurde ein fröhliches Lachen. Bald waren alle Figuren aus mehreren Märchen zu einem verspielten Miteinander beisammen. Das Kind bemerkte nicht, dass Mama inzwischen hein gekommen war. Mama sah nur das Kind inmitten von vielen vielen Büchern, die es miteiander Tanzen ließ, die aufeinander zugingen, miteinander redeten. Mama begriff: Die Bücher waren zu Figuren geworden. Rotkäppchen, Schneeweisschen, Rosenrot, hier ein Prinz und dort Musikant, Handwerker waren auch dabei. Sie alle waren von der Fantasie des Kindes zum Leben erweckt worden. Und am Ende des Novembers erschien der funkelnde Sternenhimmel des Dezembers.

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TAGESBEMERKUNGEN 19.11.2019: „Film dreht Flucht nach Europa um in Flucht nach Afrika”

„Film dreht Flucht nach Europa um in Flucht nach Afrika“

Quelle: WDR Aufbruch ins Ungewisse , Dienstag, 19.11.2019

In der Anfangsszene des Filmes wird Schweden als das letzte Land der Europäischen Union gezigt, in dem eine faschistische Machtergreifung stattfindet. Zeitgleich verhaftet eine AFD-inspirierte Bürgerwehr die Redakteure der Süddeutschen Zeitung. Die Konsequenz ist klar: Weg aus Deutschland, raus aus dem Frontexumriegelten Konzentrationslager Europa. Danach beginnen sich Bilder unter umgekehrtem Vorzeichen zu ähneln: Schlauchboote mit Europäern werden vor afrikanischen Küsten abgefangen, Familien auseinander gerissen – alles wie man es von der europäischen Behandlung nordafrikanischer Migranten kennt.

Der Ankunftsort ist der FJüchtlinge im Film wird als Küste Namibias bezeichnet – schon immer ein Ort der Verzweiflung für Schiffbrüchige, ideal für den Ausdruck absoluter Hoffnungslosigkeit. Namibia wird zum Lampedusa der Europäer, das Ziel Asyl in Südafrika zum Europa der nordafrikanischen Flüchtlinge vertauscht. Südafrika macht bereits klar: Grenzen dicht, Asyl gestoppt, Abschiebung in die Herkunftsländer – in denen, wie in Deutschland, so auch in Schweden, bereits faschistische Diktaturen etabliert sind.

Ganz ohne Grund entstehen solche Ängste nicht. Die Angste bestehen, seit die Grenzschutzagentur FRONTEX vergessen hat zu sagen: Grenzen, die nach außen schützen, hindern auch Menchen von innen, aus dem Grenzbereich heraus zu kommen. Grenzen mit einseitigen Undurchlässigkeiten gibt es nicht – es sei denn für Personen mit speziellen Aufgaben. Flüchtlinge aus Deutschland sollen sofort zurück geschickt werden. Das klingt wie eine Retourkusche auf das selbstherrliche Benehmen deutscher und anderer europäischer Handlungen im Umgang mit Flüchtlingen. Für einen Fim mit einer gesellschaftlichen Aussage ist eine solche Retourkutsche zu billig um überhaupt den Hof zu verlassen.

Die eins zu eins-Umkehrung von Opfern und Tätern kommt spät. In kritischen Berichten, Esays und Analysen ist ist Frage nach dem „Was wäre wenn“, nämlich wenn die Herren und Damen Europäer ihre demokratischen Vaterländer verlassen müssen, um ihr nacktes bisschen Leben zu retten, oft gestellt, aber nie beantwortet worden. Vermutlich war die Frage nur rhetorisch gemeint, aber Rhetorik allein reicht nicht, um die neoliberale gesamteuropäische Diktaturgemeinschaft als Nachfolger der auf Menschenrechte und Meinungsvielfalt gegründeten Europäischen Union zu erklären oder zu verhindern. Solange noch Zeit ist.

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TAGESBEMERKUNGEN 18.11.2019: “Finanzamt spielt Blechermann und Zahlstein”

„Finanzamt spielt Blechermann und Zahlstein“

Quelle: Email von Elster

Heute vor dem Morgenkaffee, den mir das Arbeitamt noch nicht versagen konnte, kam eine Email von ELSTER. Wie jeder andere Steuerzahler auch wissen Hartz-Vier-Opfer, dass hinter ELSTER eine elektronische Steuererklärung steht. Das Finanzamt liess ELSTER also schackern, dass das Finanzamt in besagter Mail den aktuellen Bescheid versandt habe. Vor Freude auf die zu erwartende Zahl in Höhe von „Besinnliche Weihnachten, Gut Neujahr“ unterlief ein Fehler, so dass die Lektüre der Zahl noch einmal 14 Tage auf sich warten lassen kann. Aber es kann keine unangenehme Überraschung geben, denn die zu erwartende Zahl nannte der Beauftragte des Spieles „Blechermann und Zahlstein“ schon im Oktober. Herr, bewahre die Freude meines Herzens auch noch nach dem Blick auf den Kontoauszug.

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FEUILLETON-ZEITGEIST: “AKK und die Sicherheitszone”

FEUILLETON-ZEITGEIST

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„AKK und die Sicherheitszone“

Verteidigungsinisterin Annegret Kramp-Karrenbauer hat einen einen alten Begriff aus dem völkerrechtlichen Arsenal der UNO hervor geholt, um ihrem Land im Chor der Einflussreichen eine laute, unüberhörbare Stimme zu verschaffen. Sie sagte sinngemäß am 24.10.2019 in der Sendung „Maibritt Illner“: „Wir brauchen eine Schutzzone, um den Kampf gegen den IS fortsetzen zu können.“ Der Ort der Schutzzone soll im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei sein. Ziemlich einhellig befanden sowohl knallharte Befürworter militärischer Sicherheitspolitik als auch pazifistische Vertreter der Friedensforschung, dass die Einrichtung von Schutzzonen, in denen internationales Militär im Auftrag der UNO KriegsParteien voneinander trennt und Waffenstillstände kontrolliert, als „dumme Idee“. Die Stahlhelme dieser Militärtätigen sind blau wie die Flagge der Vereinten Nationen mit genau dem selben Emblem. Sie werden daher „Blauhelme“ genannt und die Einsätze der Militäreinheiten als „Blauhelmeinsatz“. Deutschland drängelt seit der Wiedervereinigung nach eigener Teilnahme an Blauhelmeinsätzen. Aber es wollte nicht immer nur als Sanitäter und Wasserleitungsbauer mitmachen, sondern auch mal wieder „richtig“. Seit damals wähnt sich Deutschland öffentlioch als „kontinentale Mittelmacht mit weltweiten Interessen“. Das weltweite Interesse präzisierte der Auftrag: „Sicherung von Hnandelswegen und Rohstofflieferungen“. Auslandseinsätze mit Waffen und Kampfauftrag heißen auch „humanitärer Einsatz“, damit das Volk verstehe, dass Handlungen wie die von Mordoberst Klein in Kundus (Afghanistan) am

04. September 2009 humanitäre Handlungen sind. Klein hatte die Wracks von zwei Tanklastwagen bombarieren lassen, die von Zivilisten verwertet wurden. Mehr als 100 unbewaffnete Menschen starben, weil Oberst Klein lieber feuern ließ als aufzuklären, wer sich da vor Ort tummelte.

Schon die ersten Auslandseinsätze in Somalia und anderen Orten erlebte die Bundeswehr und ihre politische Führung als Widerspruch zwischen Zwecke einer Amree als kämpfende Einheit und ihrem realen Einsatz ls Sanitäter und Entwicklungshelfer. Dann kam der Balkankrieg. Nach dem Tod von Josif Broz Tito den 90er Jahren brach eine mühsam gebändigte Gewalt zwischen den Nationalitäten Jugoslawiens los. bekam das als friedenserhaltend geplante völkerrechtliche Sicherheitsinstrument einen unangenehmen Beigeschmack, als Schutzzonen auf dem Balkan eingerichtet werden sollten. Drei Resolutionen der UNO sahen nicht vor, dass Tiefflüge zur Bombardierung serbischer Stellungen seitens der Blauhelm-Kontingente stattfinden sollten. Die Bundeswehr war im Kosovo ab 1993 mit dabei. Der makabre Höhepunkt des Beigeschmacks war die Vorführung der UNO-Truppen durch Radko Mladic, den „Schlächter von Srebrenica“. Der Schlächter brachte es fertig, die UNO tatenlos zusehen zu lassen, wie er seine ethnischen Säuberungen durchführte. Und hinterher mit dem niederländischen Kommandeur der UNO-Einheit darauf vor laufender Kamera Schnaps trank.

Daran sollte man sich erinnern, wenn man an AKK und ihre Schutzzonenforderung denkt und was sie in der Realität bedeuten können.

„AKK und die Sicherheitszone“

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat einen alten Begriff aus dem völkerrechtlichen Arsenal der UNO hervor geholt, um ihrem Land im Chor der Einflussreichen eine laute, unüberhörbare Stimme zu verschaffen. Sie sagte sinngemäß in der Sendung von Maybrit Illner am 24.10.2019: „Wir brauchen eine Schutzzone, um den Kampf gegen den IS fortsetzen zu können.“ Der Ort der Schutzzone soll im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei sein. Ziemlich einhellig befanden sowohl knallharte Befürworter militärischer Sicherheitspolitik, als auch pazifistische Vertreter der Friedensforschung die Notwendigkeit, dass die Einrichtung von Schutzzonen, in denen internationales Militär im Auftrag der UNO, die Kriegsparteien voneinander trennt und Waffenstillstände kontrolliert, als nicht gegeben. Die Stahlhelme jener Militärtätigen sind blau, wie die Flagge der Vereinten Nationen mit genau demselben Emblem. Sie werden daher „Blauhelme“ genannt und die Einsätze der Militäreinheiten als „Blauhelmeinsatz“. Deutschland drängelt seit der Wiedervereinigung nach eigener Teilnahme an Blauhelmeinsätzen. Aber es wollte nicht immer nur als Sanitäter und Wasserleitungsbauer mitmachen, sondern auch mal wieder „richtig“. Schließlich wähnte man sich als “Kontinentale Mittelmacht mit weltweiten Interessen, die Handelswege und Rohstofflieferungen sichert”. Deswegen heißen Auslandseinsätze mit Waffen und Kampfauftrag „humanitärer Einsatz“, damit das Volk verstehe, dass Handlungen wie die von Mordoberst Klein in Kundus (Afghanistan) am 04. September 2009 humanitäre Handlungen sind. Oberst Klein hatte die Wracks von zwei Tanklastwagen bombardieren lassen, die von Zivilisten verwertet wurden. Mehr als 100 unbewaffnete Menschen starben, weil Oberst Klein lieber feuern ließ, als aufzuklären, wer sich da vor Ort tummelte.

Schon die ersten Auslandseinsätze in Somalia und anderen Orten erlebte die Bundeswehr und ihre politische Führung als Widerspruch zwischen Zwecken einer Armee als kämpfende Einheit und ihrem realen Einsatz als Sanitäter und Entwicklungshelfer. Dann kam der Balkankrieg. Nach dem Tod von Josif Broz Tito den 90er Jahren brach eine mühsam gebändigte Gewalt zwischen den Nationalitäten Jugoslawiens los, bekam das als friedenserhaltend geplante völkerrechtliche Sicherheitsinstrument einen unangenehmen Beigeschmack, als Schutzzonen auf dem Balkan eingerichtet werden sollten. Drei Resolutionen der UNO sahen nicht vor, dass Tiefflüge zur Bombardierung serbischer Stellungen seitens der Blauhelm-Kontingente stattfinden sollten. Die Bundeswehr war im Kosovo ab 1993 mit dabei. Der makabre Höhepunkt des Beigeschmacks war die Vorführung der UNO-Truppen durch Radko Mladic, dem „Schlächter von Srebrenica“. Der Schlächter brachte es fertig, die UNO tatenlos zusehen zu lassen, wie er seine ethnischen Säuberungen durchführte, um hinterher mit dem niederländischen Kommandeur der UNO-Einheit darauf vor laufender Kamera Schnaps zu trinken. Daran sollte man sich erinnern, wenn man an AKK und ihre Schutzzonenforderung denkt und was sie in der Realität bedeuten können.

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TAGESBEMERKUNGEN 11.11.019: Geistes Schaffen

„Geistes Schaffen“

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Sinne schärfen

Umwelt wahrnehmen

Wahrnehmungen vergleichen

Schlussfolgerungen ziehen

Schlussfolgerungen prüfen

Bei Wiederholung Kenntnis nennen

Wissen schaffen

Und immer bedenken:

Es hat die Weisheit keinen letzten Schluss

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FEUILLETON-ZEITGEIST: “Hart Vier Graduell Verfassungswidrig (Update)

„Hartz Vier graduell verfasssungswidrig“

Am 05. November 2019 fand das Bundesverfassungsgericht heraus, was Millionen Hartz-Vier-Opfer seit Januar 2005

spüren und ahnen: Hartz Vier ist teilweise verfassungswidrig. Nach der scho früheren Erkennntis, dass die Höhe des Regelsatzes für ein menschenwürdiges Leben zu gering ist, befand das Gericht jetzt, dass die Sanktionen, wenn man sie vollständig anwendet, auch verfassungswidrig sind. Nun „darf“ das Arbeitsamt einem Hartz Vier Opfer nur noch 30 Prozent von allem kürzen, aber nicht mehr 60 oder 100 Prozent. Drei Monate lang darf das Amt einen Menschen also rechnerisch unter einen Wert drücken, der schon einmal als menschenunwürdig niedrig vom Gericht eingeschätzt wurde. Über ein eventuelles Zu-Spät-Kommen und die Bestrafung mit zehn Prozent Enzug des „Lebensnotwendikums“ hat das Gericht anscheinend gar nicht erst gesprochen. Es hat aber erkannt, dass der zulässige Entzug von Geld kein Regelfall sein darf. Erst wenn der erzieherische Zweck der Strafe nicht durch andere Mittel erreicht werden kann, darf das Mat einem Armen Geld wegnehmen. Solche Fälle wie Bestrafung bei Nichterscheinen zum oder Kritik am verordneten Bewerbungstraining müssten eigentlich unmöglich geworden sein. Ebenso unmöglich müsste es geworden sein, jemanden zu Bestrafen, der zuwenig Bewerbungen schreibt. Schließlich kann über die „Wiedereingliederung auf dem Ersten Arbeitsmarkt“ nach Verbüßung der Verwahrung in der Hartz-Vier-Statistik keine Bewerbungsflut entscheiden, wenn ar nicht so viele mögliche Arbeitsgelegenheiten vorhanden sind. Ebensowenig ist die leidvolle Erfahrung der Ablehnung von Schwerbehinderten aus gesundheitlichen Gründen kein Eigenverschulden. Adipositas ist auch kein Eigenverschulden.

Der zweite interessante Punkt in der Begründung des Urteils ist die Abgrenzung zur Rechtssprechung aus der Zeit des der Weimarer Republik (1924) und des Nationalsozialismus. (1933)

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Aktenzeichen 1 BvL 7/16

Kritik an dem Gesetz war auch von Seiten des Jobcenters Neustrelitz zu hören. Bei Nachfrqagen über die Ausdeutung des Gesetzes für die Renten von Hartz-Vier-Pfern „mit Beitragshöhe Null“ ergab sich: „Jeder Tag länger ohne Einzahlung in die Rentenkasse schließt Hartz-Vier-Opfer immer weiter von jeglicher Rente aus.” Dem Betrug um eine Erwerbsbiographie folgt der Betrug um eine Alterssicherung.

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TAGESBEMERKUNGEN 05.11.2019 “Hartz-Vier graduell verfassungswidrig”

„Hartz Vier graduell verfasssungswidrig“

Am 05. November 2019 fand das Bundesverfassungsgericht heraus, was Millionen Hartz-Vier-Opfer seit Januar 2005 spüren und ahnen: Hartz Vier ist teilweise verfassungswidrig. Nach der scho früheren Erkennntis, dass die Höhe des Regelsatzes für ein menschenwürdiges Leben zu gering ist, befand das Gericht jetzt, dass die Sanktionen, wenn man sie vollständig anwendet, auch verfassungswidrig sind. Nun „darf“ das Arbeitsamt einem Hartz Vier Opfer nur noch 30 Prozent von allem kürzen, aber nicht mehr 60 oder 100 Prozent. Drei Monate lang darf das Amt einen Menschen also rechnerisch unter einen Wert drücken, der schon einmal als menschenunwürdig niedrig vom Gericht eingeschätzt wurde. Über ein eventuelles Zu-Spät-Kommen und die Bestrafung mit zehn Prozent Enzug des „Lebensnotwendikums“ hat das Gericht anscheinend gar nicht erst gesprochen.

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/bvg19-074.html

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FEUILLETON-REZENSION: Der größte Crash aller Zeiten

FEUILLETON-REZENSION

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„Vom Staatsziel Wohlstand zum Staatsziel Armut“

Als „Der Westen“ „Dem Osten“ noch seine wirtschaftliche Überlegenheit zeigen mußte, nannte er diese Überlegenheit Freiheit und hatte alle am Haken, die das Lebensniveau im Osten als mickrig empfanden.
Der Abbau der Sozialleistungen begann im Grunde schon gleich nach der deutschen Vereinigung und dem Ende der Sowjetunion. Der Westen baute die Wohlstandskulissen ab und zeigte dem verstörten Publikum, dass das Thema Freiheit nur Theater war. Bühnenumbau, zweiter Akt: Die Armut wird zum neuen Staatsziel. Das Prekariat wird das, was mal „Die Arbeiterklasse“ war in Verbindung mit der „Werktätigen Intelligenz“. Kahlschlag auf breiter Ebene. Ohne Not, aber mit dem neoliberalen Kampfauftrag, einen Minilohnsektor mit fünf Prozent „Sockelarbeitslosigkeit“ zu schaffen. An der Erfüllung dieses Kampfauftrages wirkten mit: Bundeskanzler Gerhard Schröder, Parteichef Franz Müntefering, Wolfgang Clement, der Verbindungsmann zwischen sozialdemokratisch getünchten Parteikorpus zum neoliberalen Auftraggeber über das Verbindungsbüro „Initiative Neue Soziale Maktwirtschaft“. Und Peter Hartz, Zuhälter und Namensgeber der Sozialverelendungsgesetze in Deutschland. Der Ausdruck Zuhälter ist insofern sachlich gerechtfertigt, als Peter Hartz der Mann mit den brasilianischen Nutten für Betriebsrat und Gewerkschafter war,der den Herren den Verstand „vom Kopf in die Eier“ trieb, damit sie keinen Schaden zum Nachteil des Neoliberalen Sozialfaschismus anrichten konnten. Von Vereinigung bis Hartz-Vier-Beginn vergingen läppisch kurze 15 Jahre. Wer sich von Jahr zu Jahr aufs neue sagte: Im nächsten Jahr wird alles besser, hat nicht das 5 Buch Friedrich und Weik gelesen. Die Finanzexperten und Vermögensberater Marc Friedrich und Matthias Weik haben nämlich mit dem Titel „Der größte Crash aller Zeiten“ wieder eine Abhandlung über Bankenkrise, Privatvermögen, Politik, Gesellschaft und die Kriminalität geschrieben, welche Politik und Wirtschaft in trauter Einigkeit verbindet wie einen halbseidenen Ganoven und eine leicht verruchte Dame auf einem Plüschsofa um Ende der goldenen Zwanziger und der beginnenden Braunfärbung Anfang der 30er Jahre. Dieses fünfte Buch raubt allen Optimisten die letzte Illusion.

Erste Kernaussage: Das Schlimmste kommt erst noch.

Zweite Kernaussage: Es kommt so schlimm, dass man es sich noch gar nicht vorstellen kann.

Dritte Kernaussage: Das Schlimme wird vermutlich ab 2023 eintreten.

Die Folgen werden sein:

Zusammenbruch der Währungen

globale Inflation

eine Art „Generalinsolvenz“, nach der kein Betrieb nach ordentlichen Regeln mehr geführt werden kann.

Wenn das Schlimme eintritt, wird man es an Flüchtlingsströmen erkennen. Wer nicht fliehen kann – und wohin auch, wenn die Katastrophe global ist – wird Bestandteil einer dauerhaften Altersarmut. Um diese besser kontrollieren zu können, soll auch das Bargeld komplett abgeschafft werden. Die Staaten werden jederzeit wissen wollen, ob sich jemand noch etwas zu Essen oder Zahnpasta und Seife oder etwas Anderes kaufen kann. Vor allem aber soll niemand mehr Reserven haben. Die Abschaffung des Bargeldes dient der Kontrolle was ein Mensch wann und wo konsumiert, von Bratwurst bis Winterjacke, von Fahrkarte bis Hotelzimmer, und sogar kleine Spendern an Bedürftige vom Straßenrand will „Der Staat“ kontrollieren. Solange er Daten kostenlos bekommen kann, wird sich daran auch nichts ändern. Wenn aber jeder Einzelne dem Staat und der Wirtschaft sagt: „Meine Unterschrift und meine Daten müssen Sie sich erstmal leisten können“. Aber wie soll jeder Einzelne dem Staat und der Wirtschaft das Sammeln von Daten kostenpflichtig machen, wenn demnächst die Gesundheitsdaten, die beim Arzt anfallen, ohne Mitspracherecht, ohne Einspruchsrecht seitens der Patienten kostenlos der Forschung zur Verfügung gestellt werden dürfen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn es gerne hätte. Nach den Daten behandeln di Autoren die Wahrheit und die Medien. Da siehts genauso mies aus. Und wie man beim Thema Daten auf Spahn kommt, so kommt man beim Thema Medien auf die Sozialen Medien, auf Contentmanagement und Manipulation. Erkennbar ist es daran, dass der gute alte Grundsatz der Quellenkritik keine Rolle mehr für Meinungsbildung und Informationsbewertung mehr spielt. „Wer Vieles kennt, kann Einiges vergleichen“, heißt es. Was passiert, wenn keine „Vergleichsproben“ gefunden werden? Erkennt man dann nicht, ob die AfD (Alternative zu Rechtsstaat und Demokratie) eine faschistische Partei ist und hält sie dann nach quellenkritischer Prüfung für demokratisch?

Lösungen bieten die Autoren im letzten Drittel an. Es zeigt sich, dass es ungeeignete Lösungen geben kann und geeignete. Ungeeignete Lösungen sind Lösungen, die mit Kriegen einhergehen, wie die Mehrzahl der Führungswechsel an der Weltwirtschaftsspitze oder anders gesagt beim „Aufstieg und Fall großer Mächte“ (Paul Kennedy). Wenn zur Zeit wieder einer bevorsteht, dann ist ein jeder gehalten, sich eine sichere Ausgangsposition zu suchen. Denn es wird wieder sehr, sehr schmutzig. Geeignet ist die flucht in Sachwerte, wozu Grundstücke, Wälder, Häuser, Gebrauchsgegenstände, Patente, Erfindungen, Kunstwerke, Urheberrechte gehören.

Marc Friedrich, Matthias Weik: Der größte Crash aller Zeiten, Eichborn, Frankfurt 2019

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TAGESBEMERKUNGEN: 28.10.2019 Schwarz Rot Gelb

„Schwarz-Rot-Gelb für Thüringen“

Quelle: Koalitionsrechner von NTV nach der Wahl am 27.10.2019

Wenn nach Wahlen Koalitionen nötig sind, machen die Kommentaren immer gerne Farbenspiele. Diesmal nach der Landtagswahl in Thüringen könnten sie eins mit Schwarz-Rot-Gelb machen, weil sonst die HFITL zuviel störenden Einfluss auf Demokratie und gesellschaftlichen Frieden im Land hätten. HFITL ist die Abkürzung für Höckes Faschisten im Thüringer Landtag.

Aber Links mit CDU und FDP könnte schwarz rot gelb ergeben. Irgendwie erinnert das an die farben des Landes in der Flagge. Das wär mal neu und würde dem Thema gerecht.

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TAGESBEMERKUNGEN 27.10.2019 “Wieviel Geist ist nötig, um neue Jobs zu schaffen?”

„Wieviel Geist ist nötig um Jobs zu schaffen?“

Quelle: Hinhaltetaktik des Arbeitsamtes

Wieviel Geist brauchten Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Norbert clement und Peter Hartz, um Millionen von Menchen in einen Niedriglohnarmuitsektor zu schmeißen, aus dem laut Sektorenplanung kein entkommen möglich ist, weil die wirtschaft eine „sockelarbeitslosigkeit von fünf Prozent braucht“, wie der ehemalige Sozialdemokrat Franz Müntefering seinerzeit erklärte?

sie mussten zunächst einmal dafür sorgen, dass sich der vorhandene Geist ein wenig zerstäunte. Dazu nutzen sie die brasilianischen Nutten von Peter Hartz. Und als den Herren aus Politik und Wirtschaft das letzte bisschen Verstand in die Eier gerutscht war, da schien es Gerhard Schröder an der Zeit zu erklären, dass nunmehr der Niedriglohnsektor planmäßig eingeführt werden konnte. Mit ruhiger Hand wollte er ihn einführen, und die Hartz-Vier-Opfer spürten, dass sich die Hand mit der Ruhe eine Boa Constrictor um ihre Hälse legte.

Rot-Grün Schröder und die anderen ehemaligen Sozialdemokraten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft brauchten nicht viel Geist, um ihr Sozialabbauversprechen gegenüber dem globalisierten neoliberalen Sozialfaschismus zu erfüllen. Wieviel Geist aber ist nötig, um neue Jobs zu schaffen?

Viel Geist. Aber vor dem Geist muss die Essen, Wohnung und Kultur sein. Zu Kultur gehört auch Reisen, nicht durch die kapitalzulässige Form des Reisens, welche „Pendeln“ genannt wird. Erst ein grundgesättigter Bauch in einem behaglichen Stübchen, welches nicht zum Hungern und Frieren im Dunklen zwingt, kann die Erfahrung der Not zum Wissen über Natur von Arbeit und Einkommen machen. Arbeit ist, was einer tut. Die Rückkehr zu alten Handwerken und die Neuverwendung von veralteten Konsumgütern kann schon mal für kleine und mittelgroße Gruppen von Menschen hilfreich sein und dem Tag Struktur verleihen. Die Lösung des Rentenproblems würde dann in einer Form der Vergütung des Lebensabends mit Naturalien, Kulturalien und Medizinalien erfolgen. Reisen lässt sich dann immer noch organisieren. Ich möchte Leser bitten, wie im Brainstorming alle Ideen für neue Jobs, neue Einkommen, neues Wissen, neue Fähigkeiten auch für die Menschen zu sammeln und einzureichen, die zur zeit von den Arbeitsmärkten ausgeschlossen oder ihrer Verdrängung bedroht sind.

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