BARON VON FEDER: Freiheit hat es nie gegeben

BARON VON FEDER

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„Freiheit hat es nie gegeben“

Es gibt Zeiten, in denen sich Berichte über Hartz-Vier-Opfer häufen, den übles Unrecht geschieht. Die Schikanen sind unterschiedlich. Vergleicht man sie miteinander, gibt es Hart-Vier-Opfer mit Luxusproblemen, denen dur die Erstattung von Fahrgeld zu einem Vorstellungsgespräch streitig gemacht wird, weil in der Betreffzeile des Erstattungsantrags das Wort „Spesenabrechnung“ steht, und es gib Menschen, denen sogar das Geld für Insulin nicht gezahlt wird. Den Mordversuch durch Unterlassung notwendiger Hilfe schildert eine Göttinger Webseite. Wenn man den Fall erzählt, kommt die Frage auf: Wieso bekommt er die Medikamente nicht auch ohne Zuzahlung? Die Antwort bleibt offen und daneben steht die häßliche Erkenntnis, das man alle anderen nicht „sanktionieren“ im Sinne von bestrafen muss, wenn die gleiche Strafwirkung auch durch eine zum Teil nur ganz leicht verzögerte Erstattung einer Spesenabrechnung bewirkt werden kann. Sanktionieren hiess mal „zulassen, mi Billigung von Oben erlauben“. Andererseits sind Sanktionen Maßnahmen, die verhängt werden, also Gardinen, welche die Sicht auf etwas beziehungsweise den Durchblick erschweren. Das Arbeitsamt verhängt Saktionen über Hartz-Vier-Opfer, diue UNO verhängt Sanktionen über Staaten, und in der DDR war das Kabarett ein „staatlich sanktionierter politischer Witz“. Wenn es Freiheit also niemals gegeben hat, ist jede Freiheit immer anders definiert, charakterisiert oder gestaltet als man erwartet hatte. Die Befeiung vom Faschismus endete in der DDR in den Armen der Staatssicherheit. Die Befreiung vom Status Verfügungsmasse endet im Neoliberalismus unter den Füßen der Standortkommandantur des Arbeitsamtes.

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