BARON VON FEDER: Verbale Hiebe im Titeletikett

„Verbale Hiebe im Titeletikett“

 Sprachlich neu wäre es, wenn man aus dem Begriff „Schlagzeile“ das Wort Schlag und alle seine Synonyme heraus nimmt. Dann hätte auch dieser Text eine andere Überschrift. Der Ausdruck „Verbale Hiebe“ käme dann nicht vor. Denn es geht ja nicht darum, jemanden zu schlagen, zu erschlagen oder einfach nur zu verprügeln. Es geht um die Sorgfalt beim Umgang mit der Sprache und Grafisch wäre es etwas neues, wenn man die Form der Überschrift als eine Art Stempel-Etikett des nach der Überschrift folgenden Themas behandelt. Zum Teil wäre es aufwendig. Aber es könnte verdammt gut aussehen, wie ein Visum im Reisepass zum Beispiel. Behördliche Absage oder Genehmigungsstempel kommen als Vorlage nicht so gut in Frage, weil diese Art von Stempel eine geringere Aussagevielfalt von Visum-Etiketten hat. Oberste Zeile: Titel des Textes im Wortlaut. Mittlere Zeile: Herkunft des Textes nach Verfasser und Publikationsort. Unterste Zeile: Wer ist der Adressat des Textes. Es ist nämlich nicht immer ganz deutlich, warum ein Manager die Politik vor eventuellen Folgen warnt ohne klarzumachen, wer eigentlich konkret bedroht ist. Der Manager und sein Konzern sind es es meist nicht. Wenn man Hartz Vier erhöht, bedroht das lediglich das Kleinhaltungspotential gegenüber der verfügbaren Arbeitsmasse. Wenn die Arbeitsmasse erfährt, dass sie selbst gar nicht bedroht ist, wenn sie das Potential bedroht ist, welches sie klein halten soll, würde die Arbeitsmasse vielleicht etwas stutzig werden. Eventuell würde zunächst ein klein wenig Anarchie ausbrechen wie nach dem plötzlichen Freiheitseinbruch nach der Grenzöffnung zum Westen am 9. November 1989. Na und? Die Euphorie damals wich auch schnell einem neuen Ernst des Lebens, der darin bestand, den eigenen Hintern ins Trockene zu bekommen. Wenn jeder Leser weiß, was für ihn geschrieben ist, und dann Seins mit dem Andern vergleicht, dann wird vieles klar, wahrscheinlich auch der Grund Einteilung von Lesern in Klassen durch den simplen Zusatz „Plus“ zur Lektüre. Soll die Einführung von Lektüreklassen die Einführung oder Verfestigung von Bildungsklassen unumkehrbar machen? Dann ist Bildung das einzige Mittel, was die Herrschaft der derzeit Herrrschenden gefährden kann. Die Herrschenden sind nicht unbedingt ausschließlich die sichtbar Gewählten. Sondern Bertelsmänner, Bilderberger, IT-Teufel und Leute, die glauben, die Finanzbranche sei ehrbar, nur weil da das Wort Industrie mit drin steht. Schauen Sie sich die Rohstoffindustrie an, dann wissen Sie, was Industrie mit Ehrbarkeit zu tun hat. Wer erkennt, dass das Gerede von Migration keine Gefährdung der Lebensweise sein muss, es sei denn, sie wird nur in gefährdender Form ermöglicht, der lässt sich auch nicht vor den Karren von Leuten spannen, die Alternativen zu Rechtsstaat und Demokratie suchen. Nebenbei bemekt: Demokratie ist schon ganz gut, aber per se noch keine Menschlichkeit, trotz des Bekenntnisses zu den Allgemeinen Menschenrechten. Da haben doch Bildung, hat der Erwerb von Wissen durch Erfahrung eine lohnenswerte Denkaufgabe. Bildung gefährdet die Dummheit.

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