BARON VON FEDER: Briefe vom Arbeitsmarkt (Juni 2018)

BARON VON FEDER
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„Briefe vom Arbeitsmarkt (Juni 2018)“

Liebe Gefährtinnen und Gefährten aus der Hartz-Vier-Klasse, im Mai schrammte ich ständig an der Grenze zur Rückauslieferung an Hartz Vier entlang. Da muss ich es schon beinahe als einen Glücksfall betrachten, dass mich mein Ulcus Curiosus in Tateinheit mit Stauungsdermitis und Wassereinlagerungen so sehr gesundheitlich beeinträchtigen, dass hin und wieder die Arbeitsfähigkeit leidet. Sie litt wie ich, aber ich hatte die Schmerzen und sie litt unter den misstönigen Klängen der Schreie. Als Kollegen mich darauf hinwiesen, dass ich mich anhöre wie im Hexenkeller von Penzlin unter Anwendung der Geräte und auch Kunden am Telefon irritiert waren, stellten mein Chef, ich und Frau Doktor einhellig fest, dass wir ein Problem zu lösen hätten.
Für den Chef gab es zwei Möglichkeiten: Krankschreibung akzeptieren und die anstehende Vertragsverlängerungsentscheidung ablehnen. Frau Doktor meinte, es gäbe im Idealfall eine Spezialklinik und im Realfall eine tägliche Inensivbehandlung des Fusses. Für mich sah es nach Arbeitsamt aus. Das darf nicht sein. Und so eilte ich wie ein Geheimemissär zwischen Arzt und Markt hin und her , um eine Lösung ohne das Sklavenzuteilungsamt zu finden. Vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung besteht die in einem unbezahlten Urlaub unter beibehaltung des Vertrages und eine Wiedereinsetzung je nach Heilungserfolg in den 8-Stunden-Vertrag oder einen reduzierten
Sechsstünder. Beide Möglichkeiten könnten mich noch zwei Jahre lang im Rentenanspruchszeitserwerbsanschaffungskampf halten und dann könnte ich zu 680 bis 750 erwerbsunfähig mit Zuverdienstmöglichkeit leben. Das ist machbar und ein hohes Lebensniveau, wenn man die Ruhe für die Nerven durch die Abwesenheit von Jobcenterstress anrechnet. Liebe Gefährtinnen und Gefährten, ich würde mir einen kleinen Teufel freuen, wenn statt Entlassung uind dem Marsch der Verdammten ins Jammerlager des Arbeitsamtes ein Zweckbündnis Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch unbezahlten Urlaub eine Fortsetzung des Jobs nach überstandener Krankheit möglich macht.

Haltet durch
Euer Baron von Feder

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