BARON VON FEDER: Neues von der Tagelöhnerei Teil 6

Baron von Feder

„Neues von der Tagelöhnerei“ Teil 6

Teil 6

Ich weiß nicht, ob das sozialfaschistische Hartz-Vier-System überwindbar ist, aber ich will es glauben, um den Boden für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit fruchtbar zu bewahren. Der Sommer zum Beispiel hat mir stellenweise gezeigt, dass man sich von vielen Lasten frei und vor allem unabhängig machen kann. Man kann nämlich seinen eigenen tatsächlichen Wasserverbrauch ermitteln, wenn dieser nicht mehr von Fernablese-Funkmessern ermittelt wird, sonder durch Zählung gefüllter Eimer. Für die Eimerzählmessung sind ein Campingplatz und ein Wohnwagen von Vorteil. Der Nachteil ist, dass man diese Messung bei dieser Lebensweise nicht für Familien durchführen kann. Aber das Ergebnis heißt: Die von Unternehmen eingesetzten Messgeräte sind zur Profitmaximierung optimiert. Bestenfalls muss der Standardsatz herhalten: Wenn das Ergebnis falsch ist, so liegt ein Programmierfehler in der Software vor. Um diesen nachzuweisen, möge man sich an die Computerexperten wenden. Bestenfalls bedeutet der Satz nämlich, dass man 14 Tage nach Mängelreklamation wenigstens überhaupt eine Antwort bekommen hat. In dem als Beispiel dienenden Fall gab es nach 14 Tagen immer noch überhaupt gar keine Antwort. Stattdessen kamen ganz andere Dinge wieder hervor. Aus Wuppertal wurde gemeldet, dass eine örtliche Erwerbsloseninitiatve eine Demonstration direkt beim Jobcenter plant, und zwar unter dem Motto Zahltag. Sie soll auf die rechtlose Stellung der hartz-Vier-Opfer beim Strafsystem der Jobcenter aufmerksam machen. Ähnlich wie die Sektorengrenzen in Berlin soll da ein Schild vor dem Eingang stehen: „Achtung, Sie verlassen den Geltungsbereich des Grundgesetzes“ – und zwar beim EINTRITT in das Dienstgebäude. Wie zum Hohn schrieb eine Boulevardzeitung den Seitenknallertitel: „Weniger Strafen für Drückeberger“. Mit Drückebergern waren aber nicht die Ämter gemeint, die sich vor Menschenwürde un d Rechtsstaatlichkeit drücken.

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