BARON VON FEDER: „Wenn Kleider Leute machen“

BARON VON FEDER

„Wenn Kleider Leute machen“

Kleider sollen die Fähigkeit haben, Leute zu machen. Kleider gibt es für verschiedene Anlässe. Was man trägt, erzeugt Gefühle. Laufen Sie zum Beispiel mal mit einem Hausmeisterkittel durch eine Feiergesellschaft – oder stellen Sie sich mal mit Krawatte und Anzug an einen Imbissstand, an dem die Malers, Maurers und Klempners Pausentreff halten. Im Idealfall besitzt jeder für jede Aufgabe die geeigneten Kleidungsstücke und wählt das passende Kostüm zur Rolle.

Wenn Kleider Leute machen, machen unterschiedliche Kleider unterschiedliche Leute. Ich halte das für einen interessanten Ansatz zum ewigen Frieden. Wahrscheinlich ist die Wirkung der Kleidung auf ihren Träger ähnlich wie die Wirkung der Wortwahl auf die Stimmung. Manche Konflikte eskalieren ja hauptsächlich durch die verbale Hetze, die in den Beteiligten Stimmungen aufkommen lässt, die keine Entspannung mehr möglich lassen. Entspannende Kleidung ist sexy, bunt, elegant, individuell und unterstreicht das Wesen des Trägers dieser Kleidung.

Sexy, bunt, elegant und individuell sind Eigenschaften, die auf Uniformen und Kampfmonturen nicht zutreffen. Können Sie sich Militärs vorstellen, die  nackt oder mit Badehose bekleidet Lust aufs Kämpfen verspüren? Ich nicht. Ich kann mir aber Vorstellen, dass die Badehose Lust auf Sommer, Meer. Flirt und Freundschaft erweckt. Das kann ich mir auch normale Straßenbekleidung vorstellen. Würde man das Militär in edle frohe Zivilkleidung stecken, brauchte niemand mehr Angst vor Krieg, Gewalt und bewaffneten Konflikten zu haben.

Die Idee zur Konfliktlösung durch friedliche Leute machende Kleider müsste sich allerdings erst noch durchsetzen. Ich würde gerne der Werbung die Chance dazu geben. Wenn sie das schafft, vertraue ich auf gute Ergebnisse imagebildender Kampagnen.

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