Baron von Feder: Fresser und Gefressene

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Die Geschichte handelt von den Wünschen, dass niemand Hunger haben sollte. Fresser und Gefressene waren sich einig, dass jeder satt werden sollte, aber nicht, in dem er einen andren Hungerleider verspeist. Aber sie wussten nicht, wie sie die Sache ändern sollten, die die Natur nun einmal so eingerichtet hatte. Und indem sie den Zustand als Naturgegebenheit ansahen, sahen sie keinen Denkungsbedarf zur Änderung der Lage mehr. Dann kam der Mensch, und die Gefressenen dachten hoffnungsvoll, dass sich nun alles bessern werde. Denn die Krone der Schöpfung würde ja auch einen schöpfergleichen Verstand besitzten, dachten die gefressen Werdenden und schöpften neugierige Hoffnung auf die Lösungsvorschläge, die die Menschen machen würden. Aber es wurde nicht besser. Kleine Vögel zum Beispiel sind immer noch Beute der Greifvögel, Katzen, Füchse, Schlangen und im Falle von Wachholderdrosseln auch der Menschen. Dabei wollten die kleinen Vögel eigentlich nur eine imaginäre Voliere, in der sie unbesorgt Urlaub von der Gefahrenvollen Umwelt machen können. Sie könntens es bloss nicht so ausdrücken. Manchmal versuchen sie, es den Menschen zu verklickern. Spatzen kommen dann an den Frühstückstisch im Freien. Sie fragen: Piep? Piep? Und stellen dann bedauernd fest: Piep. Aber die Menschen wedeln nur mit der Zeitung, sagen Kusch, Hau ab, verstehen nichts und hören gar nicht zu.

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