Apropos Vertuschungsterminologie oder Wann ist ein Krieg ein Krieg?

Quergedachtes

Montag, 11. Januar 2010

Hannes Nagel

Apropos Vertuschungsterminologie oder Wann ist ein Krieg ein Krieg?

Fachsprachen sind Sprechweisen, die der Kommunikation zwischen Angehörigen der Fachgruppe dienen. Daran können die sich dann erkennen, und die anderen können es nicht verstehen. Das ist so. Wissenschaftler reden anders als andere Menschen, Juristen sowieso, Polizei, Militär und Bürokratie erlebt man ständig im Fernsehen, wenn man es nicht ausschaltet. Einen Fernsehappaat auszuschalten bedeutet aber etwas anderes, als wenn das Militär plant, jemanden oder etwas auszuschalten. Jeder Beruf schafft sich seine eigene Terminologie. Und seine eigenen Wörterbücher. Dicke Dinger sind das zum Teil. Der Zweck des Ganzen ist es, andere von der Kommunikation auszuschließen. Das ist so beabsichtigt. Eine Terminologie der Verständigung kommt hingegen mit einem dünnen Vokabelheft aus.

Manchmal sind die gewollten Unklarheiten bemerkenswert klar – wenn auch ungewollt. Heute war in der FAZ ( www.faz.de) ein Gastbeitrag von zwei Völkerrechtsexperten. Sie befassten sich damit, wie man den Krieg in Afghanistan juristisch exakt bezeichnen soll. Wie eng hängen doch Begriffe des Unrechts, ihre juristische Beschreibung und die rechtliche Wertung miteinander zusammen. Wie Terroristen und Partisanen zum Beispiel. Braucht man sie, sind es Partisanen oder Freiheitskämpfer, sonst Terroristen. Und nun aufgefallenen Worte aus dem FAZ-Artikel. Gleich daneben ein Übersetzungsvorschlag:

Kriegsähnlicher Zustand – KRIEG

nichtinternationaler Konflikt – KONSTRUIERTER KRIEGSBETEILIGUNGSGRUND

innerstaatlicher Konlikt – AUFKOMMENDER KRIEG

nichtinternationaler bewaffneter Konflikt – KRIEG

gezielte Bekämpfung nichtstaatlicher Kämpfer – MORD

zivile Begleitschäden – MORD

Es gab mal einen Witz. Der ging in Kurzform so: „Alle Schweine werden nach Berlin gebracht und werden dort gegessen“. Wollte man den Satz ganz vornehm formulieren, kam heraus: „Alle Schweine werden nach Berlin delegiert und werden dort genossen“. Wenn es um Politik geht, sollten die wichtigsten Sätze mal in verschiedenen Stilebenen und Fachsprachen formuliert werden. Welche Sprache reden eigentlich Kriegsminister, auch Verteidigungsminister genannt, und die Bischöfin, die heute die Sache mit dem Gerechten Krieg klären wollen?

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